nanocamp Audio-Modifikation
Spurführung Lagerwiderstand einstellen

Hier werden einige grundlegende Details gezeigt, die Ihren CD-Spieler funktionstüchtig erhalten. Sie benötigen dazu Know how im Umgang mit Elektronik und Mechanik, sowie geeignetes Werkzeug. Ich weise darauf hin, dass beim Umgang mit Netzspannung Lebensgefahr besteht. Bei einer Restauration erfolgen viele weitere Arbeitsschritte, die hier nicht beschrieben werden.

Die Spursteuerung, die den Laser von Anfang bis Ende der CD führt, wird beim Philips CDM1 Laufwerk durch ein Magnetfeld geregelt, welches einen Aluminium-Arm mit ansitzendem Laserstock in die entsprechende Position fährt. Die häufigste mechanische Ursache für Aussetzten der Wiedergabe ist nach dem Verlust des Fokus und erhöhtem Lagerwiderstand im axialen CD-Motor, ein zu hoher Lagerwiderstand im Radial-Motor der Spursteuerung. Die Achse dieses radialen Antriebs ist beim CDM1 eine Edelstahlwelle, die oben wie unten Kugelgelagert ist. Nach unterschiedlicher Materialdehnung, nimmt die Spannung auf diese Kugellager und somit deren Widerstand zu, bis die elektrische Spursteuerung dieses nicht mehr ausgleichen kann. Der zu hohe Lagerwiderstand äussert sich in einfachen Fällen in Aussetzern oder einem Versagen der Funktion bei Titelsprüngen. In stärkerem Ausmaß kann die elektronische Spursteuerung durch Überlastung Schaden nehmen.

Die Lagerspannung wird an der Mutter der Edelstahlwelle eingestellt, die mittig an der Unterseite der CDM1 Einheit auf folgendem Foto zu sehen ist.



Laut Philips damaliger Aussage benötigen die Kugellager keine Wartung, da sie selbstschmierend sind. Wie auf dem nächsten Foto mit abgenommener Kapselung zu erkennen ist, sind die Kugellager jedoch ohne Schmierung ausgeführt. Mit Schmierung hätte die Funktion vermutlich durch Austrocknung des Schmiermittels im Laufe der Jahre bereits ausgesetzt. Die beiden Kugellager sollten etwas Pflege bekommen. Hierzu ist es jedoch nicht nötig die Kugellager zu öffnen.



Auch sollte die Achse der Spursteuerung nicht ganz herausgezogen werden. Die Achse beherbergt Distanzkappen, Scheiben, Gummiringe und eine Federscheibe, von denen schnell etwas an die umliegenden Magneten gelangt. In diesem Fall muss der radiale Antrieb völlig von der Grundplatte demotiert werden, um alles wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen.



Es genügt, wenn nach dem Lösen der Mutter die Achse bündig eingeschoben wird. An der Oberseite gibt dadurch der Sechskantkopf der Achse genügend Freiraum um an das obere Kugellager zu gelangen.



Ein dünnflüssiges synthetisches Öl kann mit einer Spritze auf die Lagerkapselung aufgetragen werden. Durch den kleinen Spalt zwischen innerer Lagerbuchse und Kapselplatte gelangt dieses Öl in das Innere. Damit es sich gleichmässig verteilt, die Achse mit der Hand drehen.



Den Vorgang an dem zweiten Lager wiederholen und die Achse dann wieder in ihre ursprüngliche Position schieben.



Die Unterlegscheibe auflegen und die Mutter nur mit den Fingern anziehen. Während die Mutter sanft angedreht wird, muss mit der anderen Hand der Laserstock gegriffen werden um das Lagerspiel zu kontrollieren. Den Laserstock gerade leicht auf und ab bewegen. Das Lagerspiel ist dabei zwischen Mutter und äusserer Buchse des Lagers sichtbar. Die Mutter wird nur soweit angezogen, bis das Lagerspiel minimal ist und der Dreharm ohne übermäßige Lagerspannung frei beweglich bleibt.



Zum Testen eines ausreichend geringen Lagerwiderstands, das CDM1 eben auflegen und die Flachkabel über den Dreharm legen, damit dieser sich frei bewegen kann. Mit einer Wederwaage gemessen, darf eine Kraft von 30mN von Anfang bis Vollausschlag des Dreharms nicht überschritten werden. Mit dem Finger leicht angetippt, soll der Dreharm sehr leichtgängig von einem Endanschlag zum anderen pendeln und immer in der gleichen etwa Mittenposition zum Stillstand kommen.



Abschließend muss der Fokus neu eingestellt werden.

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