nanocamp Audio-Modifikation
Non Oversampling

Durch Entfernung der Digitalfilter wird die zeitliche Präzision der Musikwiedergabe hörbar verbessert. Der Klanggewinn ist allerdings von einer Reihe ineinander greifenden Modifikationen abhängig.

Der "Vorteil" der eingesetzten Digitalfilter liegt in der Reduzierung nachfolgender Analogfilter - und nicht in einer Datenerhöhung durch Interpolation, um etwas hinzuzufügen, was gar nicht im Signal vorhanden ist. Das ist in den Datenblättern dieser Digitalfilter ausgewiesen. Analogfilter, die den Hörbereich über 20 kHz filtern sollen, sind mit zunehmender Flankensteilheit (was eine bessere Filterwirkung bewirkt) in der Produktion teurer. Sie sorgen auch für nachteilige Phasenverschiebungen im Hörbereich. Die in den Philips-Spielern verbauten Digital-Decoder (welche vor dem serienmäßigen Digitalfilter sitzen) sind nach offiziellen Angaben der Entwickler für den direkten Betrieb an Analogwandlern ohne Digitalfilter zulässig - auch das wird eindeutig in den Datenblättern beschrieben. Theoretisch müsste aus Sicht eines Audio-Entwicklers beim Betrieb ohne Digitalfilter der analoge Filter mit einer größeren Flankensteilheit arbeiten. Wie in den ersten CD-Spielern von Sony praktiziert.

Von den Befürwortern des non-Oversamplings wird häufig argumentiert, dass eine Filterung nicht benötigt wird, da das menschliche Gehör diese Frequenzen nicht wahrnehmen kann. Die Praxis zeigt jedoch, dass auch vermeintlich nichthörbare Frequenzen eine bessere Empfindung der räumlichen Präzision vermitteln. Mit zunehmender Frequenz nimmt bekanntlich die Schallbündelung zu. Dadurch ist die Schallquelle mithilfe mehrerer Empfänger besser zu identifizieren. Obwohl der Mensch nur zwei Empfänger (Ohren) besitzt und der Informationsinhalt selbst nicht bewusst wahrgenommen wird, wird der räumliche Eindruck bei der Reproduktion deutlich gesteigert. Die Musik wird durchsichtiger, Instrumente oder Stimmen trennen sich klarer voneinander. Man kann also aus gutem Grund auf Oversampling und Analogfilter verzichten.

Überlagerung mehrerer Samples   Allerdings wird die alleinige Wirkung von Non-Oversampling, also der Entfernung der Digitalfilter, leicht überschätzt. Der Vorteil liegt sozusagen darin, dass die (unvermeidbaren) Nachteile der Digitalfilter eliminiert werden. Für die Musikwiedergabe bedeutet das: Es werden Artefakte beseitigt, die im Ursprungssignal gar nicht vorhanden sind. Diese entstehen bei der Überlagerung mehrerer Samples, von denen einige vom Ursprungs-Sample abweichen. Daneben sorgt der fehlerhaft arbeitende Digitalfilter für eine Verunreinigung der digitalen Spannungsversorgung.

Die 14 Bit Philips-CD-Spieler stellen mit ihrer weitestgehend diskreten Bauart einen unschätzbaren Wert dar. Eine Befreiung von den Digitalfiltern ist in ihnen aber nur ein Schritt von vielen. Daneben sollte eine umfassende Restaurierung die konstruktive Basis für alle ineinander greifenden Maßnahmen bereiten.