nanocamp Audio-Modifikation
CD-Spindelmotor warten

Hier werden einige grundlegende Details gezeigt, die Ihren CD-Spieler funktionstüchtig erhalten. Sie benötigen dazu Know how im Umgang mit Elektronik und Mechanik, sowie geeignetes Werkzeug. Ich weise darauf hin, dass beim Umgang mit Netzspannung Lebensgefahr besteht. Bei einer Restauration erfolgen viele weitere Arbeitsschritte, die hier nicht beschrieben werden.

Da der Lagerwiderstand durch Verschleiß zunimmt, läuft der CD-Motor nicht mehr an. Das Wort Verschleiß bezieht sich hier auf einen normalen Prozess, der auch mit hochwertigen Bauteilen wie einer Edelstahlwelle in einer Messingbuchse nicht zu vermeiden ist. Das CDM-1 Laufwerk benötigt auch nach 25 Jahren meist nur eine Wartung.

Demontierter Antriebsmotor der CDM-1 Lasereinheit.

Zerlegter Antriebsmotor des CDM1

Zur Demontage des Motors zuerst die beiden Schrauben des Motorbügels mit einem Torx-Schraubendreher lösen.

Motorbügel demontieren

Nach Abnehmen des Motorbügels ist der untere Lagerteller aus Kunststoff  innerhalb des Magneten zu sehen. Rechts daneben die Mutter zur Befestigung der Motorglocke.

Lagerschraube im Motorbügel

Nach dem Lösen der Mutter kann die Glocke gerade nach oben heraus gezogen werden.

Abgenommene Motorglocke

Die Motorplatine ist nicht separat befestigt und kann ebenfalls nach oben heraus genommen werden.

Motorplatine

Nachdem der Sprengring von der Motorwelle entfernt wurde, kann diese nach unten heraus gezogen werden.

CD Spindel

Eine stark eingelaufene Welle sollte mit ihrer Messingbuchse erneuert werden. Die Messingbuchse ist in den Aluminiumkörper eingedrückt und muss mit einer Presse heraus gedrückt und die neue Buchse dann gerade eingedrückt werden. Ohne entsprechende Presse und Ersatzteile, muss die CDM-1 Einheit komplett getauscht werden. Den meisten Einheiten genügt eine gründliche Reinigung der Buchse mit Waschbenzin, die Edelstahlwelle kann mit einem 1000er Schleifpapier geschlichtet werden. Das Spiel der Welle in der Buchse darf anschließend nicht zu groß sein. Die Welle wird ohne mineralische Öle oder Haftschmiermittel in die Buchse eingesetzt.

Laufspuren an der Antriebswelle

Der verbleibende Kontaktpunkt der Welle ist der untere Lagerteller aus Kunststoff, der in Form einer Schraube zudem zur Höheneinstellung der Spindel dient. Bei durchschnittlich 350 bis maximal 500 Umdrehungen pro Minute ist ein radiales Kugellager nicht nötig, hier reicht ein gleitfähiger Kunststoff. Auf dem folgenden Bild ist rechts ein Lagerteller mit normaler Nutzung nach 20 Jahren zu sehen. Auf dem Lagerteller sind ca 100 Millionen Umdrehungen der Spindelachse erfolgt - die CDM-1 Einheit arbeitete fehlerfrei ohne jede Beeinträchtigung. Links auf dem Bild ein Lagerteller nach 10 Jahren Dauerbetrieb und ca 1,8 Milliarden Umdrehungen. Der Lagerteller ist um bis 0,8 mm eingelaufen. Die CD lag somit nicht mehr im Fokus und die Servo-Platine schaltete nicht den Antriebsmotor.

Abnutzung an der Lagerschraube

Ein Nachstellen des Lagertellers um das eingelaufene Maß bringt die Spindel wieder in den für die Fokussierung nötigen Bereich. Da die eingelaufene Stelle selten exakt zentriert und die Auflagefläche der Spindel durch die Muldenform größer ist, wird bei einem nur Nachstellen des Lagertellers die Lagerreibung weiter erhöht. Der Lagerteller sollte erneuert, oder vor dem Einstellen der Spindelhöhe plan geschliffen werden. Zum Planschleifen drehe den Lagerteller verkehrt herum in den Motorbügel, sodass die Lagerseite leicht erhöht aus dem Bügel steht. Lege 1000er Schmirgelpapier auf einen Spiegel um eine ebene Schleiffläche zu erhalten.

Planschleifen des Lagertellers

Du kannst den Lagerteller plan schleifen indem der Motorbügel die richtige Schleifposition vorgibt.

Motorbügel mit geplanter Lagerschraube

Anschließend den Lagerteller wieder richtig herum in den Motorbügel eindrehen und die gesamte Einheit in umgekehrter Reihenfolge montieren. Auf den Lagerteller sollte wie an der Edelstahlwelle keine mineralischen Öle oder Haftschmierstoffe aufgebracht werden. Zur Voreinstellung der Spindelhöhe wird der Lagerteller soweit eingedreht, dass ein Luftspalt von knapp einem Millimeter zwischen dem Ringmagneten am Motorbügel und der Glocke des Motors entsteht, sodass die Glocke mit Spindel frei drehen kann.

Montierte Antriebseinheit

Die abschließende Feineinstellung des Lagertellers wird im Betrieb vorgenommen: Fokus einstellen

Mess-, Löttechnik und Werkzeug gibt es hier: Reichelt-Elektronik